Saale-Rennsteig-Marathon – schwer, aber sehr schön

Mein Jahresabschluss 2011 hat mich wieder mal in den Thüringer Wald verschlagen. Ein Geheimtipp ist der Saale Rennsteig Marathon, das heißt gute 1300 Höhenmeter auf 43,2km vom Saale-Ufer in Uhlstädt bis zu den Höhen des Rennsteiges in Piesau. Im Vorfeld haben mir am vergangenem Wochenende in Eibenstock beim 3- Talsperren-Marathon einige Finisher diesen Lauf schmackhaft gemacht. Ein Lauf in der Natur, der durchweg ein stärkeres Teilnehmerfeld verdient.
Was ich alles auf der Reise vom tiefsten zum höchsten Punkt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt erlebt habe, könnt ihr hier nachlesen.


Zur 4. Auflage finden sich 53 Läufer auf dem Dorfsportplatz von Uhlstädt ein. Pünktlich 9:00Uhr wird der Lauf bei optimalen Wetterbedingungen (8°C und strahlend blauer Himmel) gestartet.
Die ersten 2km sind relativ flach, doch das wird sich ganz schnell ändern. Zur Einstimmung lässt der erste leichte Anstieg nach Weißen keinen Übermut aufkommen. Die Strecke verläuft zu 2/3 auf Asphalt und 1/3 auf festen Waldwegen.

 

Der Anstieg kurz hinter Kolkwitz (km 9) lässt mit 200 HM auf ca. 3  km erahnen was mich auf dem Weg nach Piesau erwarten wird.
Zur Entspannung laufe ich von Schloßkulm (Km11) über Dorfkulm steil bergab nach Saalfeld (KM21), wobei eine wirkliche Entspannung ist das Bergablaufen auch nicht wirklich. In Saalfeld angekommen, schlängelt sich die Laufstrecke entlang der Saale durch die Stadt. Einige Spaziergänger schauen skeptisch bei unserem Treiben zu. Obwohl die Halbmarathondistanz 9:00Uhr mitten in der Stadt gestartet wurde, wird die Laufveranstaltung nicht wirklich wahrgenommen. Das ist für den Veranstalter eine Herausforderung für die nächsten Jahre für Stimmung an der Strecke zu sorgen. Erfahrungen gibt’s mit dem großen Bruder Rennsteiglauf gleich in der Nachbarschaft.
Nachdem ich die Stadtgrenze erreicht habe, geht’s 280HM bergauf nach Eyba (km24). Auch hier ist nicht viel los, nur am Verpflegungspunkt wird versucht ein bissel Stimmung zu machen. Die nächsten 5km zur Hühnerschenke (km29) ist im Vergleich zur bisher absolvierten Strecke und dem was da noch kommt eher ein Hügelchen. Ich bin gut drauf und habe bis hierher noch keine Probleme. Bergab nach Königstal (km32) heißt es höllisch aufpassen, denn der Weg ist gespickt mit riesigen Löchern und Spurrinnen. Da ist Konzentration und technisches Geschick gefragt. Nach kurzer Erholung laufe ich gleich hinter dem Verpflegungspunkt dem nächsten Berg entgegen. Hier sind auf knapp 2km gute 220HM zu überwinden, es kommt das Gefühl auf gegen eine Wand zu laufen. Oben angekommen, geht’s erst mal wieder 2,5km bergab nach Gebersdorf (Km37), um dann den letzten großen Anstieg Richtung Ziel anzugehen. Das heißt wieder 200HM auf 6km steil bergauf Richtung Piesau (km42). Das große Finish am Ende bleibt aus, denn in Piesau angekommen ist das Ziel immer noch 1km entfernt. Das wäre jetzt nicht wirklich ein Problem, wenn der Sportplatz nicht gut 100HM über dem Ort läge. Also werden alle Reserven noch mal mobilisiert und nach 4:26:37h hab ich die 43,2km geschafft, bin damit 18. der Gesamtwertung und 4. in meiner Altersklasse M50.
Fazit: Es hat großen Spaß gemacht und aus meiner Sicht ist der Saale-Rennsteig-Marathon einer der schwersten aber auch schönsten Landschaftsläufe Deutschlands. Unter den Läufern im Ziel kamen sogar Vergleiche mit dem Swiss-Alpine oder Jungfrau-Marathon auf.

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