Lutz schreibt: Eindrücke vom Rennsteiglauf

Der Rennsteiglauf – ein Kultlauf – ist 40 Jahre alt geworden und ich war natürlich auch mit dabei, 72,7 km von Eisenach nach Schmiedefeld zu laufen.

Samstag, den 12. Mai 2012, 03.00 Uhr war die Nacht für mich vorbei. 03.40 Uhr fuhr dann der Bus von Zella-Mehlis (wo wir in einem schönen Ferienhaus wohnten) nach Eisenach. Im Bus versuchte ich noch etwas zu schlafen.

05.20 Uhr kam dann endlich der Bus in Eisenach an. Der Marktplatz war rappelvoll. Mehr als 2.600 Läufer haben sich für den langen Kanten angemeldet. Die Stimmung ist locker und nicht so adrenalingeladen wie beim Start zum Marathon in Neuhaus. Es wird nicht gesungen und geschunkelt, das Rennsteiglied läuft vom Band so nebenbei. Ultraläufer lassen es eher etwas ruhiger angehen.

Ich hole meine Startunterlagen, ziehe mich um und stelle mich an einer der zahlreichen Dixiklos an.

06.00 Uhr hörte ich den Startschuss, der Hubschrauber flog seine Runden und ich stand immer noch vorm Dixi. 5 Minuten nach dem Startschuss ging es dann für mich endlich los durch das wegen Luftmangel schon fast zusammengefallene Starttor hindurch.

Trotz der frühen Stunde waren zahlreiche Zuschauer versammelt und spendeten regen Beifall auf dem Weg aus der Stadt.

Das Läuferfeld habe ich dann nach wenigen Minuten eingeholt. Es war eine endlose Schlange, welche in den ersten 8 km stetigem Bergauflaufen kaum zu überholen war. Nach knapp 4 Stunden lief ich hinunter auf die Ebertwiesen. Hier ist wieder eine Zwischenzeitnahme.

Die Hälfte ist geschafft (37,5 km) !!!

Viele Läufer lassen sich Zeit, essen und trinken, füllen ihre Speicher neu auf. Ich hingegen laufe an allem vorbei und verpflege mich selbst. Nun geht es gleich wieder unerbittlich bergan. Der Anstieg zum höchsten Punkt des Thüringer Waldes (982 m) steht bevor und alle Läufer wechseln vom Laufen ins Gehen.

Vom großen Beerberg aus geht es die letzte 10 km fast nur noch bergauf. Ich laufe gemütlich weiter und nach 8 Stunden und 10 Minuten überquere ich die Ziellinie.

Mit meiner Leistung war ich sehr zufrieden. Zwar brauchte ich in diesem Jahr 35 Minuten länger als im vergangenen Jahr, aber ich lief lächelnd ins Ziel und es ging mir richtig gut.

Dieser Rennsteiglauf war der Vorbereitungslauf für meinen diesjährigen Laufhöhepunkt – der „Salomon Zugspitz Ultratrail“ in Bayern. Ich bin problemlos mit 2,5 Litern Flüssigkeit ausgekommen und hatte im Nachhinein auch muskulär keinerlei Probleme. Das war sogar für mich erstaunlich. Und der Spaß an der Sache kam natürlich auch nicht zu kurz.

Am Abend des Lauftages besuchten meine Familie und ich dann noch die ganz tolle Rennsteiglaufparty in einem riesigen Festzelt in Schmiedefeld (ein Muss für jeden Rennsteigläufer !!!). Wir haben gesungen und getanzt, die Stimmung war einfach spitze. So ließen wir den Abend dann so gegen 23.00 Uhr ausklingen, fuhren in unser gemütliches Ferienhaus und waren alle glücklich und zufrieden.

Der Rennsteiglauf ist jedem Läufer (der auch Berge mag) zu empfehlen.

In meinem Trainingsplan ist der 41. Rennsteiglauf natürlich auch schon wieder vorgemerkt.

Ich hoffe, ich konnte euch etwas unterhalten und euch über meine Laufaktivitäten informieren.

Ein Gedanke zu „Lutz schreibt: Eindrücke vom Rennsteiglauf

  1. Krass: 2,5 l Flüssigkeit in über 8 Stunden Laufwettkampf! Lutz, du bist das Gegenteil von mir. 2,5 l schaffe ich in einer Stunde auszuschwitzen, wenn es mal etwas wärmer ist. Und wenn’s richtig heiß ist… lande ich im Medi-Zelt:-(. Glückwunsch zum Finish und viel Glück für den nächsten Kracher…

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