She did it… Natalie ist seit Sonntag Langdistanztriathletin.🎉🤗

She did it… Natalie ist seit Sonntag Langdistanztriathletin.🎉🤗

Gefühle wie Vorfreude, Aufregung und Zweifel erreichten am Sonntagmorgen beim DATEV Challenge Roth ihren Höhepunkt. Vor drei Jahren startete sie erstmals bei einem Triathlon über die Jedermann Distanz in Bergwitz, jetzt hat sie sich ihren Traum vom Triathlonmekka in Bayern erfühlt.

3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und anschließend 42 km Laufen, brachte sie in 11:44:18 hinter sich.

Wir sind wahnsinnig stolz auf Dich! Herzlichen Glückwunsch!

Hier findet ihr Natalies Rennbericht:

👩🏼‍💻Ich sitze seit geraumer Zeit vorm Laptop und versuche die letzten 48h in Worte zu fassen. Meine erste Langdistanz …. Wie macht man das?
Ich will euch so gern mitnehmen und teilhaben lassen an jeder einzelnen Sekunde vom 1. Juli 2018 bei der Challenge Roth. Aber es fällt so schwer zu beschreiben was ich erleben durfte. Mir fehlen die Worte, das Gedankenkarussell ist eine wilde Achterbahnfahrt🎢, die Augen werden immer mal wieder feucht😢. OK, ich versuche es.

🏊🏻‍♀️SWIM
☝🏻DU HAST DAFÜR BEZAHLT – FREU DICH

226 lange Kilometer warten auf mich. Vorm Schwimmstart bin ich ein Häufchen Elend. Die Tränen fließen ungehindert, jede Umarmung der vielen Freunde und meiner Familie die mitgekommen sind, fühlen sich an wie ein Abschied für immer. Alle Versuche der Aufmunterung scheitern, aber die Nähe tut gut. Die Atmosphäre vorm Start ist unbeschreiblich❤. Im Morgengrauen stehen tausende Menschen an einem Kanal mitten im bayerischen Land und schicken dich in den „längsten Tag des Jahres“. Ich verabschiede mich im Startbereich von Marina und Katja, die bereits 07:05 Uhr starten. Jetzt bin ich allein. Um 7:10 Uhr gehe ich ins Wasser, Startgruppe 8. 🔜3,8 Kilometer schwimmen stehen an. Ich drehe mich nochmal um und schaue zur Brücke „This is your moment“ steht da. Der Satz brennt sich ein. Das ist dein Moment, genieß es! Kaum bin ich im Wasser, finde ich meinen Rhythmus🐬, habe tatsächlich Spaß und plötzlich ist da schon der Schwimmausstieg. Die Helfer ziehen mich aus dem Wasser und beim Blick auf die Uhr ein erstes Lächeln im Gesicht: Schwimmzeit 1:13:17. 🎉
Ich schnappe mir meinen Wechselbeutel und laufe wie auf Eiern ins Wechsel- Zelt. Meine Helferin ist ein Engel. Sie hilft mir aus dem Neo, was mit den klammen Fingern nicht so gut klappt, setzt mir meinen Helm auf und schickt mich auf die 180 Kilometer lange Radreise.🚴🏻‍♀️

BIKE
SOLARER BERG – DIE PARTY MEINES LEBENS 🎉

Ich schnappe mir Schanti (mein Rad😍) und los geht es. Die Zuschauer peitschen einen förmlich aus dem Wechselgarten, auf der Brücke die ersten bekannten Gesichter und laute Anfeuerungsrufe. Ich falle fast vom Rad vor Freude und düse los. Es ist so früh am Morgen noch ziemlich kalt❄ und die schattige Radstrecke macht es nicht besser. Die ersten 40 Kilometer sind suboptimal, ich frage mich, wie ich mit diesen Beinen heute noch einen Marathon laufen soll, geschweige denn weitere 140 Kilometer Rad fahren😳. Die Zweifel, ob ich das heute schaffen kann, machen sich erneut breit, die Euphorie des Schwimmens ist verflogen😕. Aber es nützt ja nix, also rein mit der Verpflegung und weiter treten und tatsächlich, bei Kilometer 50 platzt der Knoten🤩. Die Beine sind plötzlich locker und es läuft. Ich fahre strikt nach meinen Wattvorgaben und die Zeit verfliegt. Greding, Kränzleinsberg – überall Stimmungsnester und Gänsehaut, doch dann kommt das Highlight – DER SOLARER BERG. Als ich um die Ecke biege, werde ich fast von dem Anblick und der Lautstärke erschlagen😳. Vor mir ein Berg der gefüllt ist mit tausenden Menschen. Da soll ich jetzt hochfahren? Unten sind meine Eltern, mein Papa fällt beim Anfeuern fasst über die Absperrung😂. Gänsehaut, Tränen steigen auf. Plötzlich enden die Absperrungen und nun fahre ich durch ein Spalier, vielleicht 1,5 Meter breit. Links und rechts sind unzählige fremde Gesichter und sie alle feuern uns an. Aus tiefstem Herzen, unfassbar euphorisch💞. Das da ein Anstieg ist, der es eigentlich in sich hat, merke ich nicht mehr, ich fliege nur noch. Ich habe so oft Bilder und Videos davon gesehen, bei Erzählungen gelauscht, aber nichts kann diesen Moment auch nur annähernd adäquat umschreiben. Ganz oben werde ich von Freunden empfangen, es ist ein Fest. Konfetti, Schreie, Klapser auf den Hintern, es ist die geilste Party meines Lebens, nur, dass ich mit dem Rad da bin.🙄

Ein paar hundert Meter weiter, wartet Jan auf mich: Eigenverpflegung anreichen. Wir tauschen die Trinkflaschen, ein kurzer Kuss, ansonsten Stille. Ich fahre weiter. Die letzten 90 Kilometer verfliegen, Schanti bleibt ohne Defekt, die Radzeit wird gut und auf dem Weg zu T2 gebe ich nochmal Gas. Ich möchte so gern, dass es etwas mit unter sechs Stunden auf der Uhr steht. Bei 5:56:55 stoppe ich. Das ist einfach nur geil🤩. Ich steige vom Rad und plötzlich realisiere ich, dass ich jetzt noch einen Marathon laufen soll. Puhhh…

🏃🏼‍♀️RUN
NUR NOCH 42 KILOMETER – HÖRT DAS DENN NIE AUF?

Ich bin noch nie einen Marathon gelaufen. Es bleibt aber auch keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Kaum bin ich vom Rad runter, nehmen mir Helfer Schanti ab und bringen mich ins Wechselzelt. Eine Helferin hilft mir aus den Radschuhen, versorgt mich mit Sonnencreme und redet mir gut zu. Die Frau kennt mich gar nicht und trotzdem ist sie gerade die wichtigste Person auf der Welt. Sie sagt mir, dass ich das wahnsinnig gut gemacht habe und es nicht mehr weit bis ins Zeil ist. Naja, weit ist relativ…🤔Ich setzte meine Mütze auf und laufe los. Das gibt es nicht, die Beine sind frisch🤩. Kein Stück Erschöpfung, keine Schmerzen, nichts. Was ist das für ein Tag? Die ersten Kilometer laufen wie geschmiert. Mein Magen spielt mit, mir geht es super und die Zuschauer übernehmen den Rest. Ich weiß nicht, wie oft ich an diesem Tag meinen Namen höre. Plötzlich treffe ich Marina wieder. Mein Herz steht still, sie hat Schmerzen, Magenprobleme und geht. Es ist Kilometer 18 und mir wird ganz schlecht. Sie sagt, dass ich weiterlaufen soll…die Euphorie bekommt einen Dämpfer.💔
Ab Kilometer 24 wird der Kopf müde. Es ist nicht mehr weit bis ins Zeil und trotzdem ist es noch so weit. Ich will nicht wandern, habe mir fest vorgenommen solange zu laufen wie es nur geht. Jan treibt mich an. Stehen bleiben sei keine Option. Gianni sagt, dass ich müde sein darf, aber nicht gehen soll. Langsam meldet sich mein rechtes Knie. Ich laufe weiter, knapp 10 Kilometer vor dem Ziel wird der Schmerz immer größer, der Kopf ist müde. Nochmal empfangen mich Familie und Freunde und treiben mich an. Das Lächeln fällt schwer. Jan versucht bei Kilometer 33 nochmal alles, aber die Botschaft kommt nicht an. Ich weine und bin wütend. Auf mich, auf das Knie, auf die Strecke. Will das denn kein Ende nehmen? 😒Es geht gefühlt unaufhörlich bergauf….ich muss wandern. In Büchenbach laufe ich wieder an. Ich rede mir zu „Es sind doch nur noch 5 Kilometer bis zum Ziel, komm schon“. Der Schmerz im Knie lässt sich mit einer Schonbewegung irgendwie ertragen und zum Schluss gönne ich mir zwei Schlucke Cola🍹. Langsam beginne ich wieder zu rechnen, welche Zeit noch möglich ist.

🎉💞FINISH
YOU DID IT

Dann sind sie da, die letzten 2,5 Kilometer. Genießen haben sie gesagt – ich versuche es. Groß machen, sauber laufen, lächeln. Es sind die längsten zweieinhalb Kilometer meines Lebens. Dann biege ich auf den Zielkanal zum Stadion ein. Da liegt er, der Teppich, den ich tags zuvor noch bewundert habe und der Zielbogen durch den ich laufen wollte. Unzählige Menschen, laute Musik….ich genieße es. Ich habe einen Kloß im Hals und versuche zu atmen und zu lächeln und irgendwie Zieltauglich auszusehen.🙃Schließlich will ich die Bilder irgendwann nochmal vorzeigen…Ich reiße die Arme hoch und als ich über die Ziellinie treten darf, kann ich es nicht glauben. Ein Mädchen hängt mir die Medaille um. Auf der Stoppuhr steht etwas mit einer 11:xx…Leere im Kopf.
Als ich Jan entdecke, fällt alle Last der vergangenen Monate auf einmal von mir ab. Ich bin nur noch ein schluchzendes Häufchen und weine wie ein kleines Kind. So sieht echte Freude aus😅. Danach folgen meine Eltern, Björn und Familie. Ich bin so glücklich und gleichzeitig so leer. Dieses Gefühl, kann ich noch immer nicht richtig umschreiben. Ich wollte ins Ziel kommen, gerne im Tageslicht. Vielleicht unter 13 Stunden.

🎊Zum Schluss sind es 11:44:18🎊

Ich kann es nicht fassen. Ich bin stolz, dankbar und unendlich zufrieden. Gleichzeitig bin ich traurig, weil meine Marina verletzungsbedingt aufgeben musste und wir nicht im Ziel zusammen feiern konnten….das werden wir nachholen☝🏻💞
Ich hatte den schönsten Tag meines Lebens in Roth und empfinde wahnsinnig viel Demut und Respekt vor der Leistung jedes Athleten, der sich auf die Reise einer Langdistanz begibt. Ihr seid großartig und die Challenge wohl eine der schönsten Sportveranstaltungen der Welt – soweit ich das beurteilen kann.

❤KEIN ROTH OHNE EUCH❤
Ihr alle habt möglich gemacht, dass ich diesen Tagen so erleben konnte. Ich bin so dankbar euch in meinem Leben zu wissen. Zuhause, an der Strecke, während der Vorbereitung – ihr habt Flügel verliehen.

Mama & Papa & Olli
Die besten Eltern der Welt, großartige Supporter und Ankerpunkte. Euch an der Strecke zu wissen hat mir ganz viel Kraft gegeben und eure Schilder waren einfach nur sensationell „Entdecke den Kenianer in dir“ 😊 Außerdem habt ihr mir den Rücken frei gehalten und mir die Möglichkeit eingeräumt mein Training vollumfänglich durchführen zu können….das größte Geschenk überhaupt. Dafür danke ich euch so sehr.

Bjoern Kochanski& Familie👨‍👩‍👧‍👦
Deine Unterstützung, deine unzähligen Nachrichten und aufmunternden Worte – den Weg, den ihr auf euch genommen habt….Wahnsinn. Das macht mich immer noch sprachlos und ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviel mir eure Anwesenheit bedeutet hat. Du hast immer an das Projekt geglaubt und mich im Ziel gesehen, als ich mich noch nicht mal an der Startlinie gesehen habe.❤

Marina Mueller& Lars Albrecht
Marinsche, ohne dich wäre ich gar nicht am Start gewesen. Unsere Ausflüge nach Roth waren so schön und wir sind so viele Schritte gemeinsam gegangen. Unser Wunsch gemeinsam im Ziel zu feiern ist nicht in Erfüllung gegangen, aber das holen wir nach! ☝🏻💞Ich hab dich so lieb, vor allem, weil du dich in diesem bitteren Moment für mich mitfreuen konntest. Du hast so viel Persönlichkeit und Charakter und bist eine großartige Freundin❤. Larsi, deine Anfeuerungen sind noch immer die besten 😊 “Einfach durchdieseln, Schnatti!”😂🤪

TRI TRAIN & Friends🎉
Ihr wisst wie man Stimmung macht und ihr habt mich getragen…wenn ich mir die Bilder und Videos anschaue, bin ich immer noch geplättet. Ich dank euch so sehr, ihr wart ganz wichtige Stützen! Danke, dass ihr gefühlt überall mitgefeiert und mitgelitten habt!

Die Daheimgebliebenen 😘
Eure Nachrichten, eure gedrückten Daumen und aufmunternden Worte. Ich habe alles wie ein Schwamm aufgesogen. Jede kleine Nachricht war wichtig, jedes Video hat mich Tränen lachen lassen und den Kopf stark gemacht. Ich danke euch so sehr! Ihr seid großartige Menschen.

Die Helfer der Challenge Roth
Ihr seid unfassbar. Wenn man beim Wasser anreichen lächeln muss, weil ihr anfeuert, dann ist man bei der besten Sportveranstaltung der Welt gelandet. Danke, dass ihr da seid.

❤Jan Blaue❤
Dir gebührt mein größter Dank, wenn das überhaupt nur annähernd beschreibt, was ich empfinde, wenn ich an das Geschenk denke, das du mir gemacht hast. Freund, Trainer, Trainingspartner: Du hast in den letzten Monaten jede Rolle zu mehr als 150 Prozent ausgefüllt und musstest so einiges mitmachen. Du hast das Ziel nie aus den Augen verloren, an deinem Plan festgehalten und mich auf Kurs gebracht. Team Superficial hat gerockt- gegen die Strömung. Gegen den Wind. #ichmagdensosehr

 

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