Michael Kummer hat es vollbracht – innerhalb von 13 Montaen war er bei drei Weltmeisterschaften in Utah am Start. Zweimal 70.3 und einmal über die volle Distanz. Unglaublich! Hier kommt der dreifach fantastische Rennbericht!

Wir ziehen alle Hüte und sind wahnsinnig Stolz auf unser Crewmitglied. Jeder Triathlet weiß, was es für Leistung und Willen benötigt, um solche Leistungen abrufen zu können. Wahnsinn!🥳

Mission completed – der letzte Schritt zum Utah WM Triple

Eines vorweg: St. George in Utah/USA hat es mir dreimal echt nicht leicht gemacht, aber es war jedes Mal ein richtig geiles Abenteuer. Innerhalb von 13 Monaten fanden dort drei Weltmeisterschaften statt und bei allen dreien habe ich es an den Start und auch ins Ziel geschafft. Nachdem bei der 70.3 WM im September 2021 vor allem die Einreise in die USA pandemiebedingt sehr kompliziert war, hatte mich vor der Ironman WM im Mai 2022 ein Bandscheibenvorfall ausgebremst. Und auch vor der 70.3 WM 2022, welche am 29. Oktober stattfand, meldete sich sechs Wochen vor dem Rennen mein Rücken mit einem erneuten Vorfall. Naja, einfach kann ja jeder und so langsam kriegt man auch Routine in schmerzhaften Trainingseinheiten. Zumindest war ein Übertraining dadurch sehr unwahrscheinlich und so ging es nach trotzdem ganz guter Vorbereitung am 25.10. im Flieger gut gelaunt und voller Vorfreude nach Las Vegas. Denn da warteten schon meine Sportskameraden Mike Möbius und Kai Schröder, mit denen ich in der Vergangenheit schon einige unvergessliche Wettkämpfe bestritten hatte. Zunächst ging es im Mietwagen völlig übermüdet in unser Hotel nach St. George, wo ich, wie bereits im Mai, bis zur Rückreise mit dem Jetlag zu kämpfen hatte. Aber wer braucht schon Schlaf, wenn man gute Freunde dabei hat und ein weiteres denkwürdiges Rennen ansteht?

Einmal mehr überraschte uns das Wetter in Utah. Ich hatte dort schon Unwetter und Hitze sowie extremen Wind erlebt. Diesmal war es unerwartet kalt. Ich mag das ja, aber die Aussicht bei sieben Grad mit nassem Rennanzug aufs Rad zu springen, sorgte doch für etwas Unbehagen. Zum Glück hatte mich Mike vorgewarnt, sodass ich zumindest warme Klamotten im Gepäck hatte. Es folgten die üblichen Erledigungen: Rad zusammenbauen, Anmeldung, Messebesuch, Racebriefing, Pastaparty und noch zwei leichte Trainingseinheiten bevor wir am Freitag Rad und Wechselbeutel eincheckten. Die Nationenparade musste ich aus Zeitgründen auslassen. Deutschland war aber auch ohne mich gut vertreten 😉. Als Highlight vor dem Rennen hatte Mike noch ein Fotoshooting mit Sportfotograf Ingo Kutsche im Snow Canyon organisiert. Das war wirklich super. Denn erstens entstanden so richtig coole Bilder vor atemberaubender Kulisse und zweitens konnte ich mein geplantes Rennoutfit auf aktuelle Klimatauglichkeit testen. Dabei wurde schnell klar, dass eine zusätzliche Jacke und Handschuhe in den Wechselbeutel mussten.

Nachdem am Freitag die Mädels ihr Rennen hatten, war es für uns am Samstag soweit. In den USA hat das Wort Race-Breakfast vermutlich eine andere Bedeutung als in Europa. Es gab, wie schon letztes Jahr, sozusagen NIX, jedenfalls außer Kaffee nichts Vernünftiges. Also gab es wieder Riegel zum Frühstück und dann ging es wie jedes Mal in St. George sehr zeitig in traditionellen Schulbussen zum Start zum Sand Hollow Reservoir. Meine Altersklasse bildete die allerletzte Startwelle. Das hatte den Vorteil, dass zumindest die Sonne am Himmel stand und es nicht mehr ganz so kalt zum Start war. Allerdings war der Nachteil, dass man entsprechend lange auf den Start warten musste. Angezogen in Winterkluft harrte ich der Dinge, die da auf mich zukommen sollten. Bei meinem Anblick hätte man vermuten können, ich bereite mich auf eine Kilimandscharo-Besteigung statt auf einen Triathlon vor 😊. Gegen 9:30 Uhr war es dann endlich soweit. Ich startete im Neo in das 16,9 Grad warme Wasser im Rolling Start in meine insgesamt vierte Weltmeisterschaft. Ich fand schnell meinen Rhythmus und fühlte mich auch richtig gut. Die 33:18 Minuten für die 1,9 km fühlten sich irgendwie schneller an, aber egal, das war ein solider Auftakt. Als ich den Neo auszog, war sofort eins klar: ES IST KALT. Jegliche Ideen, die Jacke und Handschuhe vielleicht doch wegzulassen, wurden ad acta gelegt, auch wenn das meine Wechselzeit natürlich verlängerte. Einige Athleten zogen sich in einem eigens aufgestellten Wärmezelt komplett um. Ein Fehler wäre das nicht gewesen, denn trotz meiner Zusatzbekleidung hatte ich gute 20 Minuten durch Kältezittern zu kämpfen, das Rad gerade zu halten. Danach waren es jedoch optimale Bedingungen für Sport im Freien. Die 90 km lange Radstrecke mit ihren 1003 Hm entsprach weitgehend der Streckenführung vom letzten Jahr und so wusste ich was auf mich zukommt und konnte mir die Kräfte gut einteilen. Der Snow Canyon am Schluss und die anschließende rasende Abfahrt auf nahezu schnurgerader Straße zurück nach St. George sind ein absolutes Highlight. Nach 2:50:10 h wechselte ich in die Laufschuhe und diesmal zwickte der Rücken etwas mehr als im Mai. Also hieß es Ruhe bewahren, vorsichtig angehen und sich dann freilaufen. Das klappte glücklicherweise hervorragend. Der Halbmarathon war im Vergleich zum Vorjahr etwas entschärft worden, wies aber immer noch 215 Hm auf. Als besondere Attraktion lief man über einen Golfplatz, teilweise direkt über das Grün. Das wollte ich schon immer mal machen 😊. Ich glaube, die Golfer werden nach diesem Wochenende die ein oder andere Bahn neu lesen lernen müssen, nachdem über 5000 Beinpaare zweimal drübergestampft sind 😉. Nach einer Laufzeit von 1:42:45 h lief ich nach insgesamt 5:17:35 h überglücklich ins Ziel. In allen drei Disziplinen war ich schneller als im Vorjahr, der Rücken hatte gehalten und das Utah WM Triple war perfekt. Natürlich haben auch meine Sportsfreunde sauber gefinisht (Mike trotz zweier gebrochener Rippen und Kai mit dem Ironman Hawaii in den Knochen) und so konnten wir anschließend erst beim Banquet of Champions, wo uns noch ein Selfie mit dem frisch gebackenen Weltmeister Kristian Blummenfelt gelang, und später in Las Vegas entsprechend feiern. Bereits am Montag ging es für mich dann schon wieder in den Flieger. Es war eine unglaublich intensive Zeit in Amerika. Ich bin extrem dankbar, dass ich diese WM diesmal gemeinsam mit meinen guten Freunden erleben durfte. Vor allem deshalb ist auch diese WM wieder etwas ganz Besonderes.

#triathlonfreundewittenberg#wecanwewill#howbaddoyouwantit#swimbikerun#worldcampionship

Vielen Dank an Mike Möbius für das Bildmaterial!

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